Bonn arbeitet an der Zahlungsinnovation im Nahverkehr

Innovation beim Bezahlen ist auch beim öffentlichen Nahverkehr gefordert – immerhin wollen die Verkehrsbetriebe immer mehr Kunden gewinnen.

Es ist auch heute noch nicht unbedingt einfach, ein Ticket für den öffentlichen Nahverkehr zu erwerben. Keineswegs überall kann mit einer Kreditkarte aus dem Kreditkartenvergleich einfach ein Ticket lösen und die Fahrt beginnen. Dazu kommt, dass die Tarifsysteme schon in fast allen deutschen Städten nach einem komplett unterschiedlichen Muster funktionieren. Neue Ideen sollen diese Komplexitäten bekämpfen und den Nahverkehr so attraktiver machen.

Einfach mit der Karte am Lesegerät bezahlen

Den größten Schritt nach vorne will hier die Stadt Bonn schaffen. Dabei setzt die Metropole in Nordrhein-Westfalen mit dem System Bonn-Smart auf eine in anderen Ländern bereits erfolgreiche Technik, nämlich Lesegeräte, die mit jeder Zahlungskarte genutzt werden können. Diese gibt es unter anderem schon in Städten wie London und Sydney, aber auch in vielen weiteren Ländern. Dabei ist die Sache für Kunden tatsächlich ganz einfach: Sie steigen in einen Bus oder eine Straßenbahn und halten einfach eine Girokarte oder auch eine Kreditkarte von Visa oder Mastercard an das Lesegerät – ein bestimmtes Ticket muss nicht gekauft werden. Beim Aussteigen wird einfach nochmal gescannt und abgebucht wird automatisch der günstigste Tarif für die jeweilige Strecke.

Keine monetären Anreize für neues Zahlungssystem

Der Erfolg in Bonn hält sich dabei aktuell allerdings noch ein wenig in Grenzen, genutzt wird das System jeden Monat nur von einigen hundert oder wenigen tausend Nutzern. Bei mehr als fünf Millionen Fahrgästen im Monat ist das nicht unbedingt enorm viel. Natürlich hat ein großer Teil davon ein Abo, doch es bleiben noch viele hunderttausend andere Nutzer, die noch immer lieber ein Ticket am Automaten oder in der App kaufen. Hintergrund dürfte auch sein, dass die monetären Anreize sich in Grenzen halten – die Zahlung mit dem neuen System ist nicht günstiger als das Lösen von einem Ticket am Automaten. Da bleiben viele Nutzer lieber beim bekannten Weg.

Praktikabel besonders für Touristen & Gelegenheitsnutzer

Dennoch sind die Stadtwerke in Bonn davon überzeugt, dass das neue System sich durchsetzen wird, denn es verspricht gerade für Touristen und Gelegenheitsnutzer viele Vorteile. Sie müssen sich nicht erst mit dem Tarifsystem auseinandersetzen, keine Zeit für den Kauf eines Tickets am Automaten einplanen und haben zudem nicht das Risiko, zu viel zu bezahlen. Gleichzeitig gibt es in Bonn Hoffnung, dass andere Verkehrsverbände dem eigenen Beispiel folgen. Dann könnte man vielleicht in Zukunft einfach eine Karte wie die Deutschland-Kreditkarte beim Start der Reise in Bonn an das Lesegerät halten und beim Aussteigen in Düsseldorf würde einfach der passende Betrag abgebucht – noch ist eine so praktikable Vorgehensweise allerdings Wunschdenken.