Das Basiskonto bleibt oft sehr teuer

Das Basiskonto soll es möglich machen, dass jeder Verbraucher an ein Konto kommen kann – doch bei den Kosten wird weiter hingelangt.

In den letzten Jahren gab es mit Blick auf das Basiskonto einige positive Veränderungen. Zum einen wurden die Banken dazu gezwungen, einem jeden Kunden auch ein Konto anzubieten und machen dass mittlerweile auch in den allermeisten Fällen. Zum anderen wurden die Gebühren für Basiskonto in den letzten Jahren immer stärker begrenzt, sie dürfen nicht über vergleichbaren Kontomodellen liegen. Doch ob diese Maßnahme wirklich gegriffen hat, vermag aktuell niemand wirklich zu sagen, denn noch immer sind die Gebühren sehr hoch – teils sogar höher als vor zwei Jahren.

Nur wenige positive Ausnahmen bei 200 getesteten Konten

Die Stiftung Warentest hat in der Vergangenheit schon viele verschiedene Testberichte zu Finanzprodukten veröffentlicht, darunter etwa auch eine Analyse der besten Optionen aus dem Kreditkartenvergleich. Ende 2020 hat sich die Stiftung Warentest auch mit dem Thema Basiskonto auseinandergesetzt und dabei insgesamt 128 Banken und 203 verschiedene Kontomodelle unter die Lupe genommen. Die Zahl der positiven Ausnahmen, die eine wirklich günstige Kontooption für Verbraucher mit einem Basiskonto bieten, ist allerdings leider sehr gering. Bei den meisten Banken fallen vielmehr Gebühren an, die es in sich haben.

Eine Bank verlangt mehr als 300 Euro im Monat

Wie gravierend die Kosten für ein Konto ausfallen können, zeigt das Beispiel der Sparkasse Nürnberg. Im Test von Stiftung Warentest ist das Basiskonto Individual der traurige Spitzenreiter bei den Kosten. Bei einem normalen Nutzungsverhalten mit drei Überweisungen und vier Abhebungen im Monat, kommen insgesamt 313 Euro als Kontoführungsgebühren zusammen. Auf den Monat gerechnet sind das fast 30 Euro für das Konto – wohlgemerkt für diejenigen, die sowieso besonders wenig Geld haben. Zwar verweist das Institut darauf, dass es auch andere günstigere Optionen bei einem solchen Nutzungsverhalten bieten, dennoch fallen die Kosten besonders negativ auf. Das Problem ist auch, dass das Konto bei der Sparkasse Nürnberg nicht die Ausnahme ist. Im Schnitt liegen die Gebühren bei einem solchen Nutzungsverhalten bei mehr als 150 Euro.

Kaum kostenlose Angebote für das Basiskonto

Schockierend ist besonders, dass man im Kreditkartenvergleich zwar mehrere kostenlose Kreditkarten findet, es für Verbraucher gleichzeitig aber sehr schwierig ist, in einer komplexen Situation ein günstiges Girokonto zu finden. Zwar gibt es bei einigen Direktbanken, etwa bei der DKB mit der DKB Visa Kreditkarte oder der Consorsbank mit der Consorsbank Visa kostenlose Angebote für ein Basiskonto – gegenüber dem regulären Angebot gibt es allerdings besonders bei der Kreditkarte einige Einschränkungen. Bis ein Basiskonto genauso fair ist wie ein normales Konto, wird wohl noch so einige Zeit vergehen.