Der transparente Kontovergleich überzeugt noch nicht

Im Kreditkartenvergleich findet man seit jeher die attraktivsten Angebote – doch das Vergleichen könnte sich in Zukunft ändern. Warum?

Es sind interessante Zeiten, was Finanzprodukte angeht. Die Regulierung wird von Jahr zu Jahr größer und die meisten Banken ziehen mit höheren Gebühren nach. Wirklich kostenlose Girokonten gibt es in Deutschland deshalb nur noch sehr selten. Gleichzeitig gibt es immer wieder Initiativen für mehr Transparenz bei der Suche nach Konten und Karten und der Wechselmöglichkeit. Vor wenigen Jahren wurde etwa die Pflicht eingeführt, Kunden einen einfachen Girokontowechsel zu ermöglichen, inklusive Übernahmeservice der relevanten Daten. Nun gibt es erstmals auch einen komplett transparenten Girokontovergleich – wenn auch sehr versteckt.

Volle Transparenz, aber halbgare Umsetzung

Eines der größeren deutschen Vergleichsportale hat sich dem Thema transparenter Girokontovergleich als erster Anbieter angenommen. Das ist insofern eine interessante Meldung, als es das dazugehörige Gesetz bereits seit dem Jahr 2018 gibt. Die Regierung überlässt es dabei privaten Anbietern, eine Lösung für einen neutralen Vergleich zu finden. Das hat sehr lange gedauert, aber mittlerweile gibt es in der Tat ein erstes Angebot, das den hohen Ansprüchen des Zahlungskontengesetz gerecht wird. Der Vergleich wurde vom TÜV Saarland abgenommen und ist entsprechend zertifiziert. Gleichzeitig allerdings wirkt die Umsetzung halbgar, denn der große Anbieter macht bei Übersichtlichkeit und Darstellung große Abstriche gegenüber des sonstigen Angebots – vermutlich mit Kalkül.

Viele Angebote von unbekannten Anbietern

Doch nicht nur die etwas halbgare Darstellung dürfte die meisten Verbraucher irritieren. Ähnlich problematisch ist, dass die allermeisten Angebote wohl den wenigsten bekannt vorkommen dürften. Während die meisten Banken mit einer Kombination aus Girokonto und Kreditkarte, die man auch im Kreditkarten-Vergleich immer wieder sieht, recht bekannt sind, gilt das für die meisten Banken aus dem neuen transparenten Vergleich nicht. Auf den ersten Plätzen finden sich großenteils regionale Banken sowie verschiedenste weniger bekannte Banken. Das hat zur Folge, dass das Angebot im ersten Moment etwas kurios wirkt, zumeist oftmals keine Online-Beantragung möglich ist. Der entspannte Prozess, den man von der Beantragung eines Girokontos oder einer Kreditkarte im Internet kennt, ist beim transparenten Girokontovergleich bislang noch nicht geboten.

Attraktive Kreditkartenangebote bleiben außenvor

Darüber hinaus sind die Kriterien für die Rangliste zwar öffentlich und die Provision darf beispielsweise keine Rolle spielen, doch das führt auch zu einigen Kuriositäten. Die sehr beliebte DKB Kreditkarte in Kombination mit dem DKB Girokonto taucht etwa auf den vorderen Plätzen genauso wenig auf wie die erfolgreiche Kombination aus ING Girokonto und ING Kreditkarte. Das liegt auch daran, dass die Kreditkarte als Zusatzleistung nicht gewichtet wird, genauso wenig wie andere Bonusleistungen. Stattdessen geht es nur um Kosten und Gebühren – dass ist nicht unbedingt in jeder Hinsicht der richtige Ansatz.