Facebook möchte Ende des Jahres mit Libra starten

Auf Wiedersehen Privatsphäre oder wirklich praktisch? Facebook möchte einen weiteren Versuch mit der Digitalwährung Libra starten.

Facebook wäre nicht Facebook, wenn der US-Konzern immer an den großen Ideen der Welt feilen würde. Eine davon ist die Währung Libra, die zwischenzeitlich von dem Unternehmen zu einer Art Weltwährung stilisiert wurde. Fair und transparent, für jeden nutzbar – das sollte das Versprechen sein. Doch die Idee ist nicht gut angekommen, bei den Bürgern genauso wenig wie bei den Regulierern. Darauf ist Facebook eingegangen und versucht es bei einem Neustart des Projekts nun etwas bescheidener.

Mit Libra über die Messenger-Dienste bezahlen

Am Namen des Projekts hat sich nichts geändert: Die neue Währung von Facebook soll auch weiterhin Libra heißen. Doch ansonsten klingen die Töne von Facebook für den Moment etwas bescheidener. Das Unternehmen will die Währung Libra in den kommenden Monaten auf Herz und Nieren testen und dann gegen Ende des Jahres erstmals anbieten. Der Plan dabei ist erst einmal auf das eigene Ökosystem beschränkt. Facebook möchte Libra als Zahlungsmittel für die Messenger-Dienste zur Verfügung stellen, also für den Facebook Messenger genauso wie für WhatsApp. Über diese Dienste sollen dann Zahlungen, vorerst primär im Internet, möglich sein. Es ist zudem davon auszugehen, dass es möglich sein wird, dass sich Nutzer gegenseitig Geld senden.

Nutzer können echtes Geld in Coins umtauschen

Die Digitalwährung Libra sollte ursprünglich einmal eine parallele Weltwährung werden. Die Idee von Facebook war es ursprünglich den Wert an Staatsleihen sowie die Kurse der wichtigsten Währungen zu binden – genau dieser Vorstoß hin zu einer Weltwährung stieß auf große Kritik. Beim Neustart sollen Nutzer dagegen auf „nationale“ Coins setzen können. Dabei kann man „echtes“ Geld, also etwa Euro, in Coins umwandeln und dann damit bezahlen. Der Kurs der nationalen Libra-Währungen soll dabei an die nationalen Währungen gekoppelt sein. Eine universelle Libra-Währung ist zwar weiterhin das Ziel, allerdings ist der neue Plan eine Ableitung von den nationalen Libra-Coins und nicht mehr von einem gemittelten Korb aller Währungen und Staatsanleihen.

Problematischer Datenschutz wird weiterhin kritisiert

Mit dem neuen Versuch sollte es Libra zwar gelingen, die Währung endlich ins Leben zu rufen. Ob sie aber ein Erfolg wird, hängt auch den Regulierungsbehörden ab. Diese haben bei der Verknüpfung der Zahlung mit einem Facebook-Account so einige Bedenken, denn eine klare Trennung beider Welten ist so kaum mehr möglich. Wer dagegen auf eine Karte aus dem Kreditkarten Vergleich setzt, der muss sich keine Gedanken um seine Daten machen. Gerade deshalb werden Karten wie die Deutschland-Kreditkarte wohl auch in Zukunft sehr beliebt sein.