Fusion zwischen Deutscher Bank und Commerzbank?

Zwischen der Deutschen Bank und der Commerzbank laufen derzeit Gespräche über eine mögliche Fusion. Sollte eine solche Fusion wirklich geschehen, entstünde daraus eine neue Riesenbank mit rund 38 Millionen Privat- und Firmenkunden. Die Verhandlungen über die Fusion sind aber nicht leicht und Kritik gibt es jetzt schon von allen Seiten.

Fusionshintergrund

Derzeit sieht es stark danach aus, dass die Deutsche Bank und die Commerzbank eine Fusion planen. Momentan laufen Gespräche zwischen den Banken bezüglich einer möglichen Vereinigung. In den Gesprächen wird geprüft, ob eine Fusion für beide Seiten ergiebig wäre oder nicht. In der Öffentlichkeit wird schon seit Monaten über eine Fusion der beiden Institute spekuliert. Grund dafür, dass die Bankenfusion überhaupt ein Thema geworden ist, liegt vor allem an der schwierigen Lage der Deutschen Bank. Das größte deutsche Geldhaus gehörte einst, auch auf internationaler Ebene, zu den Finanzgiganten. Dies änderte sich aber nach der Finanzkrise. Von der Finanzkrise 2008 konnten sich die amerikanischen Banken relativ schnell erholen und erzielen längst wieder Milliardengewinne. Ganz anders sieht es da bei der Deutschen Bank aus. Diese hat international an Bedeutung verloren. Auch der Aktienkurs des Geldhauses liegt am Boden. An der Börse ist die Bank gerade mal noch knapp 17 Milliarden Euro wert. Der Commerzbank geht es im Vergleich zwar ein wenig besser, aber wirklich gut läuft es für sie auch nicht. Im vergangenen September fiel sie aus dem Dax-Index der 30 größten deutschen Börsenkonzerne.

Kritik an der möglichen Fusion

Es heißt immer wieder, dass Deutschland starke Banken braucht und eine Fusion der Deutschen Bank und der Commerzbank könnte durchaus eine starke Bank hervorbringen. Es gibt allerdings auch Kritik an diesem Zusammenschluss. Experten haben bereits die möglichen Nachteile analysiert. Ob die Fusion auch funktionieren wird, kann natürlich nicht vorausgesagt werden, aber sie birgt ein Risiko für Verbraucher. Sollte es zu einer Schieflage der fusionierten Großbank kommen, wäre deren Rettung vor allem für Steuerzahler eine teure Angelegenheit. Im Notfall würde nämlich der Staat eingreifen und die Großbank mit Steuergeldern retten müssen. Nach der Finanzkrise 2008 musste der Staat bereits die Commerzbank mit finanziellen Mitteln vor dem Ruin bewahren. Ein weiterer befürchteter Nachteil bei einer solchen Verschmelzung ist laut Verdi ein Stellenwegfall. Die Gewerkschaft befürchtet, dass es einen Verlust von bis zu 30.000 Stellen bei der Fusion geben kann. Dabei schätzt Verdi sogar noch relativ niedrig. Klaus Nieding, Vizepräsident der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), befürchtet sogar einen noch größeren Stellenabbau. Er erwartet eher einen Wegfall, der bis zu 50.000 Arbeitnehmer treffen könnte.

Staat soll sich aus Verhandlungen raushalten

Kritik musste auch das Finanzministerium einstecken. Vor allem die Einflussnahme des Finanzministeriums auf die Bankhäuser stieß auf Kritik. Bezüglich der möglichen Fusion zwischen der Deutschen Bank und der Commerzbank wurde sich erbeten, dass sich das Finanzministerium und somit der Staat bei dieser Entscheidung zurückhalten solle. Die Fusion der Geldhäuser muss lediglich betriebswirtschaftlichen Sinn ergeben und dies müssen die Banken für sich entscheiden, so die Kritiker. Der Staat soll dabei keinen Einfluss auf die einzelnen Parteien nehmen. Dabei ist aber zu erwähnen, dass der Staat einen Anteil von 15 Prozent an der Commerzbank hält. Die Kritiker fordern daher, dass sich der Staat von der Commerzbank trennt und zwar bevor die Fusion starten kann.