ING nimmt erstmals Gebühren für das Girokonto

Es ist ein großer und relevanter Einschnitt: Als erste der großen deutschen Direktbanken macht die ING ihr Girokonto kostenpflichtig.

Kaum eine Bank hat in den letzten Jahren so intensiv damit geworben, dass das Girokonto komplett kostenfrei ist wie die ING, früher ING-DiBa. Dass gerade die ING nun die erste der großen Direktbanken in Deutschland ist, die verkündet, dass das Girokonto zukünftig kostenpflichtig wird, ist ein großer Schlag. Zwar ist das Konto mit Geldeingang auch weiterhin kostenfrei, doch für viele hunderttausend Kunden könnte das Konto damit schnell kostenpflichtig werden – besonders dann, wenn das Kontokorrent bislang nur als Zweitkonto genutzt wurde.

700 Euro Geldeingang für das kostenlose ING Girokonto

Die ING Kreditkarte wurde über Jahre auch deshalb unter den Karten im Kreditkarten-Vergleich empfohlen, weil sie genauso wie das Girokonto komplett kostenlos ist – und zwar ohne jegliche komplexen Bedingungen. Genau dadurch haben sich die Direktbanken in Deutschland auch über Jahre ausgezeichnet, egal ob es um die ING, die DKB oder auch die comdirect geht. Die ING orientiert sich als größter und wichtigster Spieler im Direktbankmarkt nun in Richtung der Filialbanken: Das Girokonto ist ab Mai nur noch kostenlos, wenn Kunden einen Geldeingang von mindestens 700 Euro im Monat vorweisen können oder jünger als 28 Jahre sind.

Ein Viertel der Kunden von der Umstellung betroffen

Nach Schätzungen ist wohl knapp ein Viertel der ING Kunden von der Umstellung betroffen und muss entsprechend zukünftig mit möglichen Gebühren beim Girokonto zurechtkommen. Bedenkt man, dass die ING in Deutschland knapp 2,8 Millionen Kunden für das kostenlose Konto hat, handelt es sich um knapp 700.000 Verbraucher. Sie müssen nun Sorge tragen, dass das Girokonto entweder mit 700 Euro im Monat „aufgeladen“ wird oder etwa damit beginnen, das Gehalt auf dieses Konto auszahlen zu lassen. Anders als bei vielen Filialbanken ist beim ING Girokonto auch zukünftig nur ein Geld- und ein Gehaltseingang notwendig, das kann etwa auch eine Überweisung von Freunden oder der Familie sein.

Neue Gebühr liegt bei 4,90 Euro im Monat

Sofern man die Hürde von 700 Euro Geldeingang im Monat nicht nimmt, werden das ING Girokonto und die ING Kreditkarte schnell teuer – dann liegt die monatliche Gebühr bei immerhin 4,90 Euro. Auf das Jahr gerechnet kommen so Gebühren von immerhin knapp 60 Euro zusammen. Für eine Bank, die über Jahre mit einem kostenlosen Girokonto ohne Bedingungen geworben hat, ein scharfer Einschnitt. Immerhin gibt es auch gute Nachrichten: Die restlichen Bedingungen ändern sich erst einmal nicht, sodass zumindest die kostenlosen weltweiten Abhebungen mit der Kreditkarte bleiben.