Mehr Transparenz bei der Reisebuchung

Wer mit einer Kreditkarte einen Flug bucht, der muss schon im Buchungsprozess den Endpreis sehen – ein neues Urteil verdeutlicht das noch einmal.

In den letzten Jahren hat sich beim Bezahlen im Internet so einiges verändert. War es vor wenigen Jahren noch der Standard, dass Verbraucher sich bis zur letzten Seite des Buchungsprozesses durchklicken mussten, um den endgültigen Preis zu sehen, hat sich seitdem viel geändert. Mittlerweile werden Online-Händler genauso wie Vermittler von Reiseleistungen im Netz von einer EU-Verordnung gezwungen, den Endpreis schon zu Beginn des Buchungsprozesses auszuweisen. Hintergrund ist der Wunsch nach der Schaffung einer besseren Vergleichbarkeit.

Großteil der Anbieter folgt der Regelung

Dass man auf einmal ganz am Ende des Zahlungsprozesses von Zusatzgebühren überrascht wird, kommt entsprechend nicht mehr allzu häufig vor. Die allermeisten Anbieter halten sich an die EU-Regelung – auch weil ansonsten hohe Strafen drohen. Dabei gilt: Die Zahlung mit allen gängigen Zahlungsmitteln muss kostenlos sein, sogenannte Zusatzgebühren sind nicht erlaubt. Wer mit einer Visa oder einer Mastercard aus dem Kreditkartenvergleich bezahlt, der muss diese Transaktion entsprechend immer auch kostenlos durchführen dürfen. Dasselbe gilt für einige andere Transaktionsarten, zum Beispiel Überweisungen oder auch Lastschriften.

Rabatt für einzelne Zahlungsmittel unzulässig

Natürlich haben einige der Anbieter, die zuvor Zusatzgebühren erhoben haben, sich Gedanken über neue Wege gemacht. Einen davon hat das Portal billigflug.de bestritten, dass im Buchungsprozess einen günstigeren Preis anzeigt, wenn Kunden mit der sogenannten billigflug.de Mastercard GOLD bezahlen. Bei allen anderen Zahlungsmitteln kommt eine Gebühr von 14,99 Euro auf den Preis obendrauf, sobald man auf der letzten Seite des Zahlungsprozesses angekommen ist. Dass der Rabatt nur für das genannte Zahlungsmittel gilt, wird zwar von Beginn an kommuniziert. Doch das reiche nicht aus, haben die Richter des Landgerichts Leipzig festgestellt. Sie sehen diese Art einer Zusatzgebühr als unzulässig an – mit oder ohne entsprechenden Hinweis.

Günstiges Zahlungsmittel muss gängig sein

Zwar ist es grundlegend weiterhin erlaubt, bei bestimmten Zahlungsmitteln Gebühren zu erheben. Der angezeigte Gesamtpreis muss allerdings immer für ein gängiges Zahlungsmittel gelten. Dazu zählen Visa-Kreditkarten wie die Deutschland-Kreditkarte oder die DKB Kreditkarte. Ein Rabatt für ein Zahlungsmittel, dass für einen großen Teil der Verbraucher nicht erreichbar ist und die Gebühr unvermeidbar macht, ist dagegen nicht erlaubt. Anbieter, die einer solchen Praxis weiter nachgehen, müssen mit relevanten Strafen rechnen. Verbraucher dagegen dürfen sich darüber freuen, dass die Transparenz beim Bezahlen im Internet noch einmal größer wird. Gerade bei der Reisebuchung ist das ein großer Fortschritt, denn hier gab es vor der rechtlichen Neuregelung so einige schwarze Schafe.