Offen für Bezahlprodukte von Online-Händlern

Die Welt der Banken in Deutschland dürfte sich in den nächsten Jahren immer weiter verändern – auch weil Nicht-Banken auf den Markt drängen.

Beim Girokonto ist es der Standard, dass dieses von einer Bank bereitgestellt wird. Die allermeisten Verbraucher in Deutschland haben ein Konto von Sparkassen, Genossenschaftsbanken oder auch größeren Privatbanken wie der Deutschen Bank oder der Commerzbank. Dass man dagegen bei einem Girokonto auf eine Nicht-Bank setzt, erscheint im ersten Moment schwer vorstellbar. Doch mit Produkten wie dem Apple Girokonto in den USA wird so etwas auch in Deutschland immer wahrscheinlicher – für viele Verbraucher ist es zudem vorstellbar, wie eine Umfrage zeigt.

Mehr als die Hälfte offen für neue Finanzprodukte

Wie eine Studie der Solarisbank zu Tage gebracht hat, sind 61 Prozent der Deutschen dafür offen, auf einen integrierten Finanzservice von einer von insgesamt 21 abgefragten Marken zu setzen. Was an der Umfrage besonders ist: Gefragt wurde nicht nach bekannten Namen aus der Finanzbranche, sondern nach Einzel- und Onlinehändlern, die Verbraucher aus dem Alltag kommen. Das bedeutet konkret, dass mehr als jeder zweite Deutsche kein Problem damit hätte, ein Finanzprodukt von einem Unternehmen wie Amazon oder auch Lidl zu nutzen. Zumindest bei Kreditkarten finden sich ausgewählte Angebote von großen Marken auch tatsächlich schon im Kreditkartenvergleich.

Girokonto von Amazon käme gut an

Besonders groß ist die Zustimmung der Befragten mit Blick auf ein potenzielles Girokonto von Amazon. Sollte der US-amerikanische Onlinehändler sich dafür entscheiden, ein Konto auf den Markt zu bringen, könnte sich jeder Vierte von mehr als 2.000 Befragten vorstellen, dieses auch zu nutzen. Neben den 28,2 Prozent für Amazon schnitten aber auch Lidl (20,2 Prozent) und die Drogeriekette dm (18,9 Prozent) in der Gunst der Deutschen gut ab. Ansonsten ist die Zurückhaltung beim Girokonto noch deutlich größer als bei anderen Finanzprodukten. Nur knapp 15 Prozent gaben an, dass sie bereit wären, ein Girokonto bei einem E-Commerce-Händler zu eröffnen.

Revolution beim Bezahlen hat schon begonnen

Doch nur weil es noch kein Amazon Girokonto gibt, heißt das noch lange nicht, dass sich der Zahlungsmarkt nicht längst von klassischen Banken wegbewegen würde. So gibt es nicht nur viele Start-ups, die ganz ohne Banklizenz und nur mit entsprechenden Partnern agieren. Dazu kommen auch immer mehr Produkte, die nicht mit Banken verknüpft sind – der Dienst Barzahlen.de ist dafür ein gutes Beispiel. Doch auch Produkte wie die Amazon Kreditkarte oder weitere Co-Branding-Produkte wie die Miles & More Kreditkarte der Lufthansa zeigen, wo der Weg hingeht. Man kann gespannt sein, was in de nächsten Jahren noch kommt.