Politik diskutiert Deckelung der Dispositionszinsen

Der Dispositionskredit ist und bleibt für viele Verbraucher ein Ärgernis, denn die Zinsen sind trotz der Marktlage sehr hoch – doch das könnte sich ändern.

Jedem Verbraucher kann es passieren, dass es finanziell einmal nicht mehr ganz so rund läuft. Im Leben gibt es immer wieder Momente, in denen man mehr Geld hat, als man gerade braucht. Genau für so etwas gibt es Kredite und mit dem Dispositionskredit beim Girokonto auch Flexibilität. Verbraucher können so ganz einfach etwas mehr ausgeben, als auf dem Konto liegt und müssen sich dafür nicht mit einem bürokratischen Prozess herumschlagen. Doch die Kosten für diesen Service haben es in vielen Fällen leider in sich.

Dispositionszinsen von 10 Prozent im Schnitt

Auffällig ist besonders, dass der Dispositionskredit im Schnitt trotz der Niedrigzinsphase weiterhin sehr hoch verzinst ist. Während die Zinsen für Spareinlagen in den letzten Jahren mehr oder weniger durch die Bank auf den Nullwert gefallen sind, sieht die Entwicklung beim ‚Dispo‘ genannten Kontoprodukt ganz anders aus. Hier gab es in den letzten Jahren zwar auch einen Rückgang, dieser fällt allerdings klein aus. Eine Auswertung hat zuletzt erst ergeben, dass der Dispositionskredit im Schnitt in Deutschland weiterhin mit einem Zins von knapp 10 Prozent daherkommt. Damit liegen die Negativzinsen mehr als zehnmal so hoch wie die Zinsen für über mehrere Jahre fixierte Festgeldanlagen.

SPD will Dispositionszinsen gesetzlich decken

Doch mit der Marktmacht der Banken könnte es mit Blick auf den Dispositionszins bald vorbei sein. Die rechtlichen Vorgaben in dieser Hinsicht sind bislang recht lax, doch passend zum Wahljahr möchte die SPD genau das ändern. Die Sozialdemokraten erklären in einer Beschlussvorlage: „Die Zinssätze für Kontoüberziehungen sind in Deutschland seit Jahren unverhältnismäßig hoch.“ Weiter heißt es in dem Vorschlag der Bundestagsfraktion der SPD: „Nur eine gesetzliche Regelung kann sicherstellen, dass Banken und Sparkassen günstig geliehenes Geld auch günstig an ihre Kunden weitergeben.“ Einen konkreten Maximalwert haben die Sozialdemokraten dabei bereits im Blick.

Deckelung der Zinsen auf maximal 6 Prozent

Konkret möchte die SPD eine Deckelung des Dispositionskredits gesetzlich festlegen. Maximal sollen Banken zukünftig einen Zinssatz von 6 Prozent für die Nutzung des Kreditrahmens nehmen. Aktuell profitiert man von so attraktiven Zinsen nur bei sehr wenigen Instituten. Selbst aus dem Kreditkarten-Vergleich bekannte Banken, etwa die DKB mit der DKB Kreditkarte und dem DKB Cash, liegen leicht über diesem Wert. Die SPD will dabei aber sogar noch weiter gehen, denn neben der Deckelung des Dispositionszinses sollen Banken auch verpflichtet werden, schon nach wenigen Wochen Überziehung ein Kreditangebot vorzulegen. Die sogenannten Überziehungszinsen könnten ebenfalls verboten werden – für Verbraucher wären das gute Nachrichten.