Sparkassen führen Mastercard Debit ein

Die girocard könnte bald deutlich flexibler nutzbar sein – zumindest bei den Sparkassen. In der zweiten Jahreshälfte soll es Mastercard Debit als Co-Badge geben.

Dass Mastercard Debit in Deutschland wachsen soll, ließ der US-Konzern schon vor längerer Zeit verkünden. Gleichzeitig spielen Debitkarten hierzulande kaum eine Rolle, einzig die N26 Kreditkarte fällt als relevante Karte dieses Typs auf. Doch dass könnte sich bald grundlegend verändern, denn die Sparkassen haben eine große Innovation angekündigt: Ab der zweiten Jahreshälfte soll es Girokarten der Sparkassen mit einer Mastercard Debit als Co-Badge geben. Was genau bedeutet das überhaupt und warum handelt es sich um einen großen Wurf?

Online und im Ausland bezahlen mit der girocard

Bislang werden fast alle Girokarten in Deutschland entweder mit V-Pay oder mit Maestro als Co-Badge ausgegeben. Diese Funktionalität stellt sicher, dass Zahlungen auch im Ausland – primär allerdings innerhalb von Europa – möglich sind. Online-Zahlungen und weltweite Zahlungen sind mit diesen Co-Badges nicht möglich. Ganz anders bei Mastercard Debit, denn die Debitkarten-Funktion ist im Prinzip mit einer Kreditkarte vergleichbar: Bezahlt werden kann online und auch im Ausland bei allen Akzeptanzstellen von Mastercard. Einzig die Abrechnung direkt über das Girokonto statt mit einem Kreditrahmen ist anders als bei einer Kreditkarte. Das wäre eine Revolution für die girocard, die dann auf einmal deutlich vielfältiger genutzt werden kann.

Sparkassen planen mit der zweiten Jahreshälfte

Der Fortschritt in Hinblick auf das neue Angebot ist bei den Sparkassen aktuell sehr groß. Als Start ist die zweite Jahreshälfte geplant. Bereits ab Juli möchten die Sparkassen es möglich machen, dass Kunden bei der Ausstellung neuer Karten sowie beim planmäßigen Austausch der aktuellen Karte wählen können, ob sie Maestro oder Mastercard Debit als Co-Badge haben möchten. Aus neutraler Sicht gibt es eigentlich keinen Grund, sich nicht für die Debitkarte zu entscheiden. Diese ist besonders durch die Möglichkeit zur Zahlung im Internet sehr interessant, allerdings ermöglicht Mastercard Debit auch die Hinterlegung bei Apple Pay. Damit kann eine girocard dann tatsächlich erstmals bei Apple Pay hinterlegt werden – nur anders als ursprünglich geplant.

Weitere Entwicklung der girocard steht infrage

Die Entscheidung der Sparkasse wirft allerdings auch einige Fragen auf: Eigentlich sollte die girocard in diesem Jahr mit paydirekt verschmolzen werden, damit die Karten zukünftig auch Zahlungen im Internet ermöglichen. Darüber hinaus war eine direkte Integration mit Apple Pay geplant. Ob all das allerdings überhaupt noch möglich ist, wenn auch einfach Mastercard Debit mit eben jenen Funktionalitäten zum Co-Badge werden kann, ist unklar. Fest steht auf jeden Fall: Die Girokarte könnte mit ihren neuen Funktionen zu einem echten Konkurrenten für Karten aus dem Kreditkarten-Vergleich werden, sofern sich auch die Gebührenstruktur mittelfristig verbessern sollte. Das hätte noch vor wenigen Monaten wohl niemand gedacht.