Staatlicher Girokontovergleich soll 2022 starten

Nun also doch: Ab dem zweiten Quartal 2022 soll es einen staatlichen Girokontovergleich geben – was bedeutet das für Verbraucher?

In Deutschland gibt es seit einigen Jahren die Bestrebung, den Girokontovergleich für Verbraucher transparenter zu machen. Bislang regeln private Spieler auf dem Markt den Vergleich von Girokonten, genauso wie etwa auch den Kreditkartenvergleich. In Zukunft soll das anders sein, denn ein schon vor Jahren auf den Weg gebracht hat, soll Verbrauchern beim Vergleich von verschiedenen Girokonten mehr Transparenz bringen. Bis es wirklich so ist, dürfte allerdings noch einige Zeit vergehen.

Erster Versuch mit privaten Anbietern gescheitert

Überraschend hatte sich die Bundesregierung anfangs dazu entschieden, eine entsprechende EU-Richtlinie flexibel umzusetzen. Anstatt selbst das Heft in die Hand zu nehmen, wurde privaten Spielern die Möglichkeit gegeben, einen unabhängigen und transparenten Vergleich aufzubauen. Einige Unternehmen haben sich daran versucht, die meisten allerdings haben sich nach einer Kostenschätzung zurückgezogen – auch weil die Zertifizierung durch den TÜV Saarland am Ende zu teuer geworden wäre. Einzig Check24 hat sich an dem neuen Vergleich versucht und diesen zwei Jahre nachdem die Bundesregierung eigentlich starten wollte, online gebracht. Trotz Zertifizierung blieb das Produkt allerdings nicht lange im Internet. Nach einer Klage von Verbraucherschützern hat Check24 den transparenten Vergleich Anfang des Jahres abgestellt.

Bafin und Finanzministerium übernehmen Initiative

Diese Entscheidung hat nun das Bundesfinanzministerium auf den Plan gerufen, das für die Umsetzung der Regelung federführend verantwortlich ist. Nachdem sich die Beamten lange gegen eine eigene Umsetzung gesträubt haben, wurde nun die Bundesanstalt für Finanzaufsicht (Bafin) damit beauftragt, einen entsprechenden Girokontovergleich aufzubauen. Ziel ist es dabei, einen komplett unabhängigen und transparenten Vergleich zu bieten, bei dem keinerlei Provisionszahlungen fällig werden. Verbraucher sollen so die Möglichkeit haben, wirklich das günstigste und attraktivste Konto in Deutschland zu finden. An den Start gehen soll der neue Girokontovergleich der Bafin allerdings frühestens im zweiten Quartal 2022.

Volle Übersicht über alle Banken und Konten

Bei der Klage gegen Check24 wurde unter anderem moniert, dass zwar sehr viele, aber nicht alle Konten und Banken verglichen werden. Das war in der Zertifizierung zwar nicht gefordert worden, kommt nun allerdings wohl doch. Schon Check24 hatte den Aufbau einer bundesweiten Datenbank angestrebt, die allerdings damals nicht umgesetzt wurde. Nun geht aus dem Auftrag der Bafin hervor, dass genau eine solche Datenbank kommen soll. In dieser müssen Banken alle Kosten und Leistungen von Girokonten aufführen. Was für Verbraucher gut ist, dürfte für die Banken allerdings nicht nur aufwendig, sondern auch teuer werden. Die geschätzten Kosten von 1,5 Millionen Euro im Jahr müssen zukünftig sie tragen.