Stiftung Warentest öffnet Girokontodatenbank für jedermann

Die Stiftung Warentest gilt vielen Deutschen als verlässlicher Partner – ab sofort ist auch die Nutzung des Girokontovergleichs kostenlos möglich.

Ein Girokonto zu finden ist in Deutschland auf den ersten Blick gar nicht einmal so schwierig. Genauso wie etwa den Kreditkartenvergleich gibt es auch viele ähnliche Angebote zur Suche nach dem Girokonto. Einzig ist das Angebot für Konten noch einmal signifikant größer als bei anderen Finanzprodukten. Wer das für sich passende Konto sucht, der muss erst einmal hunderte Angebote unter die Lupe nehmen. Sich einen kompletten Überblick zu verschaffen, ist so oft schwierig. Abhilfe soll hier eine Datenbank der Stiftung Warentest schaffen.

Kostenlose Nutzung bis Mitte 2022

Neu ist das Angebot der Stiftung Warentest dabei nicht, denn das bekannte Vergleichsportal vergleicht schon seit vielen Jahren die Angebote unterschiedlicher Banken. Allerdings konnten bislang nur zahlende Nutzer den ausführlichen Online-Vergleich mit umfangreicher Datenbank nutzen. Genauso gab es immer wieder entsprechende Auswertungen in den Magazinen sowie teilweise auch online, sodass die nach Meinung der Tester besten Konten immer wieder für die breite Masse kostenlos einsehbar waren. Bis mindestens Mitte 2022 hat jedermann in Deutschland nun allerdings Zugriff auf die komplette Datenbank und kann sich so noch einmal ein genaueres Bild des eigenen Kontos sowie möglichen Alternativen machen.

Übergangslösung für mehr Transparenz

Insgesamt finden sich in der Datenbank der Stiftung Warentest mehr als 300 Girokonten von mehr als 100 verschiedenen Banken. Dabei fällt auf, dass nicht jede Bank im Vergleich auftaucht und auch nicht immer alle Details vorhanden sind. Dennoch handelt es sich um einen der ausführlichsten Vergleiche in Deutschland. Zudem funktioniert die Auswertung bei der Stiftung Warentest auf neutraler Basis – für Abschlüsse erhält die Stiftung keine Provisionen. Daher soll das Angebot mehr Transparenz schaffen und für Verbraucher fairer sein als kommerzielle Vergleiche. Dennoch handelt es sich nur um eine Übergangslösung, denn im Jahr 2022 soll von der Bafin ein komplett unabhängiger Vergleich von wirklich allen Konten in Deutschland online gehen.

Weniger nutzerfreundlich als andere Vergleiche

Ob die Übergangslösung allerdings allzu stark genutzt werden wird, darf man infrage stellen. Hintergrund ist, dass die neue Lösung zwar eine große Zahl an Girokonten vergleicht, aber nicht recht eine klare Empfehlung abgibt. Zudem ist der Vergleich weniger übersichtlich als die meisten kommerziellen Angebote, was manch einen Verbraucher wohl abhalten dürfte. Wer etwa im Kreditkartenvergleich attraktive Karten wie die Deutschland-Kreditkarte und die comdirect Kreditkarte vergleicht, wird im Girokontovergleich der Stiftung Warentest auf Probleme stoßen. Hier muss man immer erst in die Details klicken und eine bestimmte Sortierung wählen, um wirklich alle wichtigen Informationen zu sehen. Bis mindestens 2022 werden die kommerziellen Spieler so sicherlich weiter dominieren.