Tomorrow bringt Kreditkarte aus Holz

Immer mehr Verbraucher denken über Nachhaltigkeit nach: Eine neue Kreditkarte aus Holz passt da gut in den Zeitgeist.

Wer sich bislang im Kreditkarten-Vergleich umsieht, der findet zwar viele verschiedene Kartentypen und Anbieter – allerdings sehen die Karten mit Ausnahme der Farbe doch alle sehr ähnlich aus. Das Material, aus dem sie bestehen, gleicht sich ebenfalls. Ob Deutschland-Kreditkarte oder Gebührenfrei Mastercard Gold – eine Kreditkarte besteht gemeinhin aus Plastik. Dass sich der Name Plastikkarte oder Plastikgeld als Synonym etabliert hat, kommt da nicht überraschend. Eine junge Bank aus Hamburg möchte dies nun allerdings verändern und setzt stattdessen auf ein neues Material.

Nachhaltigkeit beim Bezahlen mit Tomorrow

Die Rede ist von der Tomorrow Bank, die vor wenigen Jahren mit einem anderen Fokus gestartet ist als die meisten Mitbewerber. Im Fokus steht weder die große Gewinnerzielung der Bank – zumindest nicht im Vordergrund – noch ein perfektes Preis-Leistungsverhältnis für den Kunden. Stattdessen appelliert die Tomorrow Bank an das Gewissen der Kunden und will Nachhaltigkeit mit dem Thema Bezahlen verknüpfen. Laut Angaben der Bank tun alle Kunden mit dem Produkt etwas Gutes, denn jede Zahlung leistet einen sogenannten Klimabetrag. Dieser liegt bei 0,13 Prozent der jeweiligen Zahlungssumme und fließt etwa in Projekte zur Aufforstung. Bei Premium-Kunden wird sogar der gesamte CO2-Verbraucher eines durchschnittlichen Deutschen (11,3 Tonnen) zusätzlich ausgeglichen.

Kreditkarte aus Holz passt zur Tomorrow Bank

Doch die Bank will darüber hinaus neue Wege gehen und noch mehr für das Thema Nachhaltigkeit tun. Gelingen soll das konkret durch eine Kreditkarte aus Holz. Diese hat das Fintech mit viel Fanfare Anfang des Monats vorgestellt und klar gemacht, dass man dem Kampf gegen Plastik so den Kampf ansagen wolle. Inas Nureldin, Co-Gründer der Bank, erklärt dazu blumig: „Die Karte ist ein Statussymbol einer neuen Generation – sie steht für eine klimaneutrale Lebensweise und bewussten, nachhaltigen Konsum“. Ganz auf Plastik verzichten kann Tomorrow bei dem neuen Produkt aber nicht, reduziert wird der Rohstoff nur um 80 Prozent im Vergleich zu anderen Karten. Das liegt daran, dass bestimmte Bestandteile einer Karte nicht ersetzt werden können und der „Plastikkern“ bleibt.

Nachhaltige Kreditkarte nur für Premium-Kunden

Ob sich die Holz-Kreditkarte allerdings durchsetzen kann, ist fraglich. Die Produktionskosten sind signifikant höher und zudem brechen die Karten leichter als Modelle aus Plastik. Dass auch Tomorrow nicht komplett überzeugt ist, zeigt sich daran, dass es erst einmal nur 5.000 limitierte Karten aus Holz gibt. Diese wiederum stehen nur Premium-Kunden von Tomorrow Zero (15 Euro im Monat) zur Verfügung. Während die Meldung per se also sehr interessant ist, muss man sehen, ob sich die Holz-Kreditkarten wirklich als veritable Initiative etablieren – gespannt sein kann man allerdings allemal.