Versteckte Gebühren bei der Zahlung mit Girokarte

Mit der Girokarte bezahlen – das müsste doch eigentlich kostenlos sein? Leider nein, denn immer mehr Banken machen diese Zahlungen kostenpflichtig.

Wegen des Coronavirus haben in den letzten Jahren immer mehr Banken ihre Kunden dazu aufgerufen, idealerweise mit Karte zu bezahlen. Auch die Händler lassen Verbraucher wissen, dass der beste Weg aktuell die Zahlung mit einer Girokarte oder Kreditkarte ist. Das ist soweit auch eine gute Sache, denn schneller und mit weniger Kontakt kann man kaum bezahlen – besonders bei der kontaktlosen Zahlung über NFC. Was viele Banken dabei verschweigen: Girokartenzahlungen sind keineswegs immer kostenlos.

Knapp die Hälfte der Banken verlangt Gebühren

Eine Untersuchung des Finanzportals biallo.de, die exklusiv für die Süddeutsche Zeitung erstellt wurde, zeigt: Etwa die Hälfte der regionalen Banken und Sparkassen setzt auf eine Gebühr für Zahlungen mit der Girokarte. Bedenkt man, dass fast alle Deutschen damit rechnen, dass Kartenzahlungen komplett kostenlos sind, eine relevante Größe. Viele Banken erwähnen zwar, dass Kartenzahlungen nur bei ausgewählten Kontoprodukten kostenpflichtig sind, allerdings handelt es sich hier oft auch um die günstigsten und mitunter auch beliebtesten Kontotypen. Wer bislang recht unbedarft auf die Zahlung per Girokarte gesetzt hat, sollte auf jeden Fall bei der Hausbank nachfragen, ob entsprechende Gebühren anfallen.

Im Durchschnitt 34 Cent für jede Zahlung

Wenn es zu teuer wird, können Verbraucher immer auch auf eine Alternative setzen, etwa eine attraktive Karte aus dem Kreditkarten-Vergleich wie die Deutschland-Kreditkarte oder auch die DKB Visa Card. Bei diesen sind Zahlungen auch garantiert kostenlos, die Abbuchung kann dennoch vom Girokonto erfolgen. Wie groß die Ersparnis durch das richtige Zahlungsmittel sein kann, zeigt die Erhebung von Biallo.de ebenfalls ziemlich deutlich, denn im Schnitt nehmen die untersuchten Banken eine Gebühr von 34 Cent für eine Kartenzahlung. Wer beispielsweise dreimal am Tag mit Karte bezahlt, muss einen Euro an die Bank abführen. Im Jahr summieren sich die Gebühren bei einem regulären Zahlungsverhalten auf einen dreistelligen Betrag – nur weiß davon kaum ein Kunde.

Gebühren werden von Banken geschickt versteckt

Dass die Gebühren für Zahlungen mit der Girokarte den Kunden nicht bekannt sind, liegt allerdings nicht an den Verbrauchern. Vielmehr hat biallo.de herausgefunden, dass die Banken die Gebühren fast nie transparent ausweisen. Nur bei ganz wenigen Instituten ist die Rede von einer Gebühr für Kartenzahlungen, andere Banken verstecken die Gebühr bei den Lastschriftzahlungen oder sprechen im Preis-Leistungsverzeichnis lapidar von „Gebühren für beleglose Zahlungen“. Darüber hinaus bedienen sich Banken dem Muster einer monatlichen Abbuchung aller Gebühren eines Girokontos und verzichten so die Gebühren einzeln pro Zahlung auszuweisen. Für Verbraucher werden die Gebühren so undurchsichtig, weswegen viele wohl ziemlich überrascht sein werden über die zusätzlichen Kosten.