Werden Frauen bei der Apple Card diskriminiert?

Gibt es bei der neuen Kreditkarte von Apple eine systematische Diskriminierung? Dieser gravierende Vorwurf wird in den USA gerade diskutiert.

Muss sich Apple Sorgen um den Ruf der eigenen Kreditkarte machen? Nach dem so erfolgreichen Start des Zahlungsdienstes Apple Pay in zahlreichen Ländern der Welt (auch die Deutschland-Kreditkarte kann mit Apple Pay genutzt werden) und dem sehr guten Start der Apple Kreditkarte in den USA, gibt es aktuell Probleme für Apple und den Banken-Partner Goldman Sachs. Im Internet mehren sich die Vorwürfe rund um eine systematische Diskriminierung von Frauen bei der Beantragung von Kreditkarten. Doch ist an den Vorwürfen wirklich etwas dran oder geht es nur darum, den Ruf von Apple zu schwächen?

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Apple und Goldman Sachs sehen keine Diskriminierung

In einem Statement hat sich die ausgebende Bank der Kreditkarte, Goldman Sachs, bereits zu den Diskriminierungen geäußert. Demnach gäbe es bei der Kreditkarte keinerlei Diskriminierung. Die Faktoren Geschlecht, Herkunft, sexuelle Orientierung und Alter spielten demnach keine Rolle, heißt es von Goldman Sachs. Doch gerade beim Thema Geschlecht mehren sich gleichzeitig die Vorwürfe, besonders auf dem Kanal Twitter. Es erscheint sogar möglich, dass es zwar keine gewollte Diskriminierung gibt, der Algorithmus allerdings durch andere Faktoren eine solche ermöglicht. Konkret zum Algorithmus und dessen Funktion haben sich Apple und Goldman Sachs bislang nicht im Detail geäußert.

Scharfe Diskussion über Apple Kreditkarte auf Twitter

Auf dem Medium Twitter haben derweil einige Betroffene ihren Frust geschildert. Unter anderem hat ein Nutzer mit einer großen Zahl an Followern den folgenden Tweet abgesetzt:

Dabei erklärt der Nutzer, dass er und seine Frau die Karte mit im Prinzip identischen Voraussetzungen beantragt hätten. Beide werden demnach gemeinsam veranlagt, sodass es in Hinblick auf die Steuererklärung keine Unterschiede geben sollte – eben jene spielt bei der Beantragung von Kreditkarten in den USA eine ähnlich wichtige Rolle wie in Deutschland die Schufa-Auskunft. Darüber hinaus sind laut dem Nutzer auch andere Kriterien wie die Wohnsituation identisch, sodass es eigentlich keine Unterschiede geben sollte.

Gravierende Nachteile für Frauen angedeutet

In dem Tweet behauptet der Nutzer, dass er einen insgesamt 20-fachen Kreditrahmen bewilligt bekommen habe wie seine Frau. Ein solcher Unterschied wäre in der Tat ziemlich gravierend, sodass der Aufschrei nachvollziehbar ist. Auch andere Nutzer berichten von vergleichbaren Fällen, sodass möglicherweise etwas an den Vorwürfen dran ist. Es bleibt abzuwarten, ob Apple und Goldman Sachs einem potenziellen Fehler im Algorithmus auf die Spur kommen, der Frauen benachteiligt. In jedem Fall ist eine inakzeptable Situation, dass Frauen benachteiligt werden – auch in Deutschland gibt es so etwas im Kreditkarten-Vergleich nicht.