Wirecard plant mit boon den großen Wurf

Wirecard ist eines der erfolgreichsten Unternehmen in Deutschland – mit einem Girokonto mit Zinsen möchte der Konzern nun den Markt erobern.

Bislang ist Wirecard allen voran für Lösungen zur Abwicklung von Zahlungen bekannt und hat mit dem Endkunden vergleichsweise wenig zu tun. Doch schon seit Ende 2018 kann man beobachten, dass Wirecard immer mehr auf genau diesen Markt blickt. Konkret geht es dabei um den Dienst boon, der zu Wirecard gehört und von dem Finanzdienstleister immer weiter vorangetrieben wird. Das Ziel dahinter: Kunden sollen irgendwann nur noch boon nutzen und stattdessen komplett auf klassische Banken verzichten – ein erster Frontalangriff ist 2020 geplant.

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Mehr als nur digitaler Dienstleister für Apple Pay & Co

Bislang kennen viele boon vermutlich daher, dass der Dienst schon seit der Einführung von Apple Pay und Google Pay mit den beiden Zahlungsdiensten verbunden werden kann. Doch gerade anfangs war boon dabei nicht unbedingt einfach nutzbar, denn Nutzer mussten den Umweg über eine andere Kreditkarte gehen, die dann mit dem digitalen Girokonto verknüpft wird. Das ändert sich mehr und mehr, denn boon möchte nicht nur ein eigenes Konto anbieten, sondern gleich einen ganzen Finanz-Hub. Das dazugehörige Konto, das den Namen boon Planet Girokonto trägt, ist bereits gestartet – im neuen Jahr soll es allerdings richtig losgehen.

Enormer Guthabenzins von 0,75 Prozent für das Konto

Bislang findet man die mittlerweile ebenfalls mit dem Konto erhältliche boon Mastercard kaum im Kreditkarten Vergleich. Im neuen Jahr könnte sich das allerdings ändern, denn der Zahlungsdienstleister plant eine enorme Expansion. Wirecard möchte im neuen Jahr das eigene Produkt enorm ausbauen – aus einem einfachen Girokonto soll eine Finanzplattform werden, die Banken im Prinzip komplett ersetzen kann. Geplant sind Anlageprodukte genauso wie solche zur Finanzierung. Den Anfang soll eine Guthabenverzinsung von 0,75 Prozent beim Girokonto machen. Der Kunde soll die boon App in Zukunft sogar gar nicht mehr verlassen sollen. Das klingt in der Tat nach einem relevanten Angriff auf das Zahlungsgeschäft, das auch in Deutschland noch fast komplett in der Hand von klassischen Banken ist.

Große Ziele machen das Angebot von boon so interessant

„Mit den zusätzlichen Funktionen verfolgen wir weiterhin unser Ziel, mit boon den kompletten finanziellen Alltag von Konsumenten einfacher zu gestalten. Dazu gehören auch attraktive Anlage-Angebote", heißt es bei der Ankündigung der Erweiterung von boon seitens Claudia Kaub, Head of Consumer Solutions bei Wirecard. Die Bekanntheit und Zahlungskräftigkeit eines Dax-Konzerns könnten dabei zweifelsfrei helfen. Möglicherweise gibt es für die N26 Kreditkarte oder die DKB Kreditkarte bald einen mehr als nur relevanten Konkurrenten.