Würden Sie eine Kreditkarte pro Woche essen?

Hunger? Dann werden Sie wohl kaum ihre Kreditkarte essen. Doch eine neue Statistik zeigt, dass Sie das jede Woche indirekt doch tun.

Eine typische Kreditkarte wiegt etwa fünf Gramm und besteht aus Plastik. Dass ist insofern noch keine allzu relevante neue Information, denn an der Form und Beschaffenheit von Kreditkarten hat sich in den letzten 50 Jahren nur wenig geändert. Was sich gleichzeitig aber geändert hat, ist die Belastung von Plastik in der Natur. Schuld daran sind nicht gerade die Kreditkarten, denn diese spielen was die gesamte Plastiknutzung angeht eine absolut vernachlässigbare Rolle. Dennoch ist die Kreditkarte im Kampf gegen Plastikmüll zu einem Sinnbild geworden – aber aus einem anderen Grund.

Mikroplastik in der Menge einer Kreditkarte

Konkret hat Forscher einer Universität in Australien nämlich herausgefunden, dass jeder Mensch im Schnitt eine Menge von insgesamt fünf Gramm Plastik in der Woche aufnimmt – über die Nahrung, Wasser oder auch einfach die Luft. Dabei gibt es grundsätzlich natürlich regionale Unterschiede, aber dennoch stellen die Forscher fest, dass die Belastung im Körper von Menschen weiter wächst, obwohl die Kreditkarte nicht zur Ernährung der meisten Verbraucher gehört. Vielmehr nimmt die Belastung von Plastikmüll besonders in den Ozeanen zu. Mikroplastik entsteht beispielsweise bei Reibung von Reifen oder aber auch bei der Zersetzung von Plastik in Ozeanien und gilt besonders für Meerestiere als bedrohlich. Die gesundheitlichen Folgen der Aufnahme von fünf Gramm pro Woche beim Menschen sind noch nicht abschließend erforscht.

Menschen in Deutschland vergleichsweise wenig belastet

In Deutschland essen Sie vermutlich indirekt allerdings keine ganze Kreditkarte pro Woche. Zwar haben die Forscher nicht für jedes Land einzeln ausgewertet, wie stark die Belastung durch Mikroplastik ist, festgestellt wurde allerdings, dass es große regionale Unterschiede gibt. Dies liegt daran, dass die Aufnahme von Mikroplastik allen voran durch Wasser stattfindet. Hierbei wiederum schneidet Wasser aus der Flasche deutlich schlechter ab als Leitungswasser, was viele sicherlich überraschen wird. Eine große Rolle spielt aber auch die Mikroplastik-Belastung im Grundwasser und diese liegt in Deutschland nur etwa halb so hoch wie etwa in den USA, wodurch auch die Aufnahme von Mikroplastik durch den Menschen geringer ist.

Die Kreditkarte erweist sich als gutes Sinnbild

Wenngleich man natürlich nicht auf eine Kreditkarte verzichten sollte, weil diese aus Plastik ist, handelt es sich doch um ein gutes Sinnbild. Eine Kreditkarte wiegt zwar nur fünf Gramm, doch mit dem eigenen Konsum kann man gleichzeitig ein Zeichen gegen Plastikmüll setzen und zukünftig darüber nachdenken, dass man vermutlich nicht wirklich eine Kreditkarte pro Woche essen möchte.